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Reinheimen Nationalpark: Tafjordfjell-Trekanten (Norwegen)

  • Miri
  • vor 7 Tagen
  • 12 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Auf unserem Roadtrip durch Skandinavien im Herbst 2025 wollten wir auch zwei Trekkingtouren einbauen. Nachdem wir schon 5 Tage auf Tour im schwedischen Vålådalen (Beitrag folgt) zu Beginn unserer Reise waren, wollten wir unbedingt auch in Norwegen noch ein paar Tage Fjellluft schnuppern!

Wie immer im Urlaub verflog die Zeit rasend schnell und wir hatten zudem mal wieder unterschätzt, wie groß die Entfernungen hier im Norden Europas doch sind. So war leider nur noch eine kurze Tour möglich. Wir hatten uns einige Trekanten (also dreieckige Rundtouren) herausgesucht. Diese hatten den Vorteil, dass Start- und Zielpunkt derselbe sind und wir so nicht noch zusätzlich Zeit für einen Transfer zurück zu unserem Bus einplanen mussten.

 

Letztendlich wollten wir die Entscheidung, welche Tour es wird, dem Wetter überlassen. Insgeheim liebäugelten wir aber bereits mit dem Reinheimen-Nationalpark, weil wir in diesem Gebiet noch gar nicht waren. Umso mehr freuten wir uns, dass der Wetterbericht seit Tagen stabil blieb und bestes Wanderwetter vorhersagte: Sonne, kaum Wind und 0% Regenwahrscheinlichkeit! Das bedeutete zwar von allen Gebieten die weiteste Anfahrt, aber lange Fahrzeiten bedeuten in Norwegen keine langweilige Autofahrt, sondern viel abwechslungsreiche Natur und tolle Aussichten!

 

Die Tour, die wir uns ausgesucht hatten, hieß „Trekanten i Tafjordfjella“. In den wenigen Tourberichten, die wir fanden, wurde die Tour in 5 Tagen absolviert. Das wäre bei uns aber zeitlich zu eng geworden mit der Heimreise. Von den Kilometern her ließ sich die Tour aber mit 56,4 km auch sehr gut auf 3 Tage aufteilen. Dachten wir zumindest. Dass uns damit ein richtiger Anfängerfehler unterlaufen ist und wir es ja eigentlich mit unserer Norwegen-Erfahrung besser hätten wissen müssen – dazu später mehr ;)

 

Wir kamen abends nach Einbruch der Dunkelheit am Startpunkt, dem Zakariasvatnet, an. Das Packen unserer Trekkingrucksäcke artete dann auf unseren knapp 4 Quadratmetern, von denen allein schon unsere Rucksäcke die Hälfte einnahmen, in ziemlichem Chaos aus 😅

 

Tag 1: Zakariasvatnet - Veltdalshytta (15km 1000hm 8,5 Stunden)


Bis wir am nächsten Morgen unseren VW-Bus für unsere Abwesenheit vorbereitet hatten, dauerte es doch etwas länger als geplant und so war es schon 10 Uhr, als wir aufbrachen. Für heute waren ca. 15 Kilometer geplant – zuerst ca. 5 Kilometer zur Reindalseter und von dort noch weiter zur Veltdalshytta. Viele gehen am ersten Tag nur bis zur Reindalseter und planen für den weiteren Abschnitt zur Veltdalshytta einen ganzen Tag ein. Im Nachhinein würden wir das auf jeden Fall auch so empfehlen. (Die Norweger haben sich schon was dabei gedacht, in welchem Abstand sie ihre Hütten bauen 😉)

 

Die ersten Kilometer verliefen am rechten Steilufer des Zakariasvatnet entlang. Gleich beim Einstieg auf den Wanderweg, warnte uns ein Schild vor Steinschlag und mahnte uns, unnötige Pausen auf diesem Abschnitt zu vermeiden. Die ersten paar hundert Meter verliefen jedoch noch gut geschützt durch einen Wald. Da wir unsere Wasserflaschen leer mitgenommen hatten, konnten wir die Wasserquelle, die bald folgte, gleich nutzen, um unseren Wasservorrat aufzufüllen.


 

Tatsächlich sahen einige darauffolgende Abschnitte dann ziemlich wild aus: große Steinbrocken haben zahlreiche Bäume entwurzelt, die wild durcheinander lagen. Mit einem mulmigen Gefühl beeilten wir uns, diese Passagen hinter uns zu lassen. Es folgten noch einige steilere Abschnitte, die mit Ketten oder Geländer versehen waren.


 


Als wir das Ende des Zakariasvatnet erreichten, wurden wir mit einer traumhaften Aussicht auf den von Bergen umrahmten See belohnt. Der Fluss, der den See speiste, bildete einige beeindruckende Stromschnellen und mit dem Reindalsfossen kurz vor dem See auch noch einen tosenden Wasserfall. Mit dieser Geräuschkulisse wanderten wir weiter bergauf in die Wildnis, die vor uns lag, hinein. Am Ende des Birkenwaldes konnten wir schon die hohen Gipfel des Tafjordfjell erkennen.

 




Ein norwegischer Spruch, der in eine Holztafel geritzt wurde, bereitete uns auf die noch vor uns liegenden Anstrengungen vor: "Ein kjem ikkje til fjells når ein går på flate veg" („In die Berge gelangt man nicht, indem man auf einem ebenen Weg geht“)

 


Das letzte Stück zur Reindalseter wanderten wir auf einem schmalen Pfad am Langvatnet entlang. Der Herbst kündigte sich inzwischen deutlich mit seiner beginnenden Farbenpracht an. Der Wind rauschte leise durch die kleinen Birkenblätter und wir freuten uns so sehr, zu dieser Jahreszeit wieder hier in unserem Herzensland wandern zu können!

 


Pünktlich zur Mittagspause erreichten wir die Jakobselet, eine kleine Holzhütte vor der Reindalseter. Wir warfen kurz einen Blick in die schnuckelige Hütte, die mit dem DNT-Schlüssel aufschließbar war. Sie war einfach, aber urgemütlich eingerichtet und hatte alles, was man brauchte. Da es draußen aber gerade herrlich warm war, wollten wir lieber die Herbstsonne genießen und verbrachten unsere Pause daher auf dem rustikalen Holztisch vor der Hütte.

 



Danach machten wir uns auf den Weg zur Veltdalshytta, in der wir heute übernachten wollten. Dieser führte uns weiter bergauf durch einen Mix aus hohen Kiefern, zierlichen Birken, türkisblauen Flüssen und grauen, knorrigen Baumskeletten. Große Felsblöcke wechselten sich ab mit bereits verwelkten ockerfarbenen Wiesen und einigen sumpfigen Abschnitten, eingerahmt von hohen Bergen.

 



Je höher wir kamen, desto mehr dominierten Felsen die Landschaft. Bald erblickten wir vor uns eine imposante Schlucht, die uns ins Veltdalen führte. Passend zu diesem Landschaftswechsel wollte wohl auch das Wetter noch ein bisschen mehr für Drama sorgen. Schwere Wolken verdunkelten die Szene und bald darauf fielen die ersten Tropfen. Etwas verärgert waren wir schon über diesen Wechsel angesichts der sonnigen Wettervorhersage für die nächsten Tage. Aber was hatten wir uns eigentlich gedacht – schließlich waren wir hier in Norwegen unterwegs. Auch das hätten wir doch eigentlich inzwischen besser wissen müssen :D

 





Wir stiegen am linken Rand der Schlucht weiter aufwärts auf einem schmalen Pfad, der immer wieder von Geröll unterbrochen wurde. Stellenweise wurde es eine regelrechte Kraxelei und wir brauchten beide Hände. Auch, wenn ich meine Höhenangst inzwischen schon viel besser im Griff hatte, merkte ich doch, wie ich angesichts des Abgrundes zu meiner Rechten leicht zittrige Knie bekam. Ich ermahnte mich selbst, nicht nach unten zu sehen und mich auf den Weg zu konzentrieren.

 




Immer wieder rann Wasser von den Steilwänden herab, so dass zumindest die Wasserversorgung heute kein Thema war.

 

Nach drei anstrengenden Stunden hatten wir das Ende dieser Schlucht erreicht und passierten einen tiefblauen Bergsee. An seinem Ufer entlang kletterten wir über einige Felsblöcke weiter steil bergauf. Der Regen gönnte uns eine kurze Pause und stellenweise zog die Wolkendecke sogar auf und ließ ein paar Flecken blauen Himmel durchscheinen.

 



Lange hielt die Regenpause jedoch nicht an und der Himmel öffnete wieder seine Schleusen. Ausgerechnet vor einigen steilen Kletterstellen, die durch die nassen Steine noch rutschiger wurden. Die tief hängenden Wolken überzogen alles mit einem undurchsichtigen Nebelschleier und es kühlte auf kalte 5°C ab. In dieser Wildnis kann sich die Umgebung innerhalb weniger Minuten von atemberaubender Schönheit in eine raue, lebensfeindliche Kulisse verwandeln. Ein eindrücklicher Moment, der uns unmissverständlich vor Augen führt: Hier hat die Natur das letzte Wort – und wir sind nur Gäste.

 




Inzwischen war es schon 18:30 Uhr und wir mit unseren Kräften ziemlich am Ende. Die letzten Kilometer verlangten super viel Konzentration, wir hatten Hunger, waren nass und uns war eiskalt. Wir wollten einfach nur noch ankommen und ärgerten uns tierisch über uns selbst, dass wir die Strecke so unterschätzt hatten. Wie blöd konnten wir sein, uns von den geringen Kilometern so täuschen zu lassen. Unsere letzte Norwegentour war wohl einfach schon wieder viel zu lange her ;)

 

Eine gute halbe Stunde später standen wir total erschöpft, klatschnass und durchgefroren endlich auf der Veranda der Veltdalshytta und Erleichterung machte sich breit.



Beim Eintreten begrüßte uns eine Frau auf Norwegisch. Wie sich schnell herausstellte, war sie jedoch ebenfalls Deutsche. Sie erzählte uns, dass neben ihr und ihrem Mann noch drei Norweger in der Hütte waren. Wir entledigten uns schnell unserer tropfenden Regenkleidung und schleppten unsere Rucksäcke nach oben in den Aufenthaltsraum. Als wir die Tür öffneten, strömte uns die vertraute wohlige und nach Holzofen riechende warme Hüttenluft entgegen und die Anspannung der letzten Stunden verflog. Normalerweise hoffen wir immer darauf, die einzigen in der Hütte zu sein, weil es einfach ein besonderes Erlebnis ist, allein in einer so abgelegenen Berghütte zu sein. Heute waren wir allerdings super froh darüber, dass vor uns schon andere da waren und der eiserne Holzofen bereits knisterte! Die Hütte war mit 51 Betten ziemlich groß und so hätte es bestimmt lange gedauert, bis sie sich aufgeheizt hätte, wenn wir den Ofen jetzt erst eingeheizt hätten. Wir hingen unsere nassen Sachen rund um den Ofen auf Bügel, setzten eine Kanne Tee auf und machten uns dann ans Abendessen. Mit einer Paprika und Cashewkernen, die wir mitgenommen hatten und einer Packung Erbsen aus der prall gefüllten Speisekammer der Hütte peppten wir unseren Couscous mit Tomatensoße noch ein bisschen auf.

 






Von dem deutschen Ehepaar erfuhren wir, dass alle anderen in der Hütte schlauer waren und heute nur von der Reindalseter hier hoch gewandert sind und deshalb auch schon am frühen Nachmittag in der Hütte angekommen sind. Also solltet ihr überlegen, diese Tour zu machen, seid auch so schlau und macht es wie die anderen ;)

 

Nach dem Essen zog der Himmel sogar nochmal auf und gab den Blick auf die umliegenden Berge frei. Die bereits untergegangene Sonne tauchte die Wolken in ein warmes goldenes Licht und eine magische Abendstimmung legte sich über die Hütte.  

 

 

Tag 2: Veltdalshytta - Pyttbua (11,3km 550hm 7 Stunden)


Nachdem es in der Nacht nochmal ordentlich geregnet hatte, sah das Wetter am nächsten Tag schon wieder freundlicher aus und wir starteten nach einem entspannten Morgen in der Hütte motiviert in die zweite Etappe, die uns zur Pyttbua führen wird.





Wir stiegen hinter der Hütte den Berghang hinauf und hatten dabei eine atemberaubende Aussicht zurück auf den großen Heimste Veltdalsvatnet.





Schon nach wenigen hundert Metern wechselte der Untergrund und vor uns lagen kilometerlange Geröllfelder. Wir bahnten uns einen Weg durch die unterschiedlich großen Felsbrocken und waren froh über die klare Sicht heute. So konnten wir die roten Farbtupfer der Wegmarkierungen inmitten der vielen Grautöne relativ gut entdecken. Diese Steinwüsten im norwegischen Fjell wirken so surreal und üben gerade deswegen eine unsagbare Faszination auf uns aus. Auch wenn das Laufen darauf nicht immer ganz so viel Spaß macht und man nur sehr langsam vorwärts komm...

 



Gekrönt wurde das Landschaftsbild noch durch glasklare, leuchtend blaue Seen. An den Berghängen lagen vereinzelt noch Altschneefelder.

Hin und wieder ließen die Wolken auch ein paar Sonnenstrahlen durch und sofort erwärmte sich die Luft gefühlt um 10 Grad.

 



Zur Mittagszeit legten wir eine erste Pause ein. Als wir den Blick durch diese Landschaft schweifen ließen, waren wir erfüllt von purer Dankbarkeit, dass wir diese Wildnis erleben dürfen. Da es bei mir (Miri) im letzten Jahr einige gesundheitliche Herausforderungen gab, war lange nicht klar wann oder ob ich überhaupt wieder auf Tour gehen kann. Dass wir jetzt hier saßen in dieser gigantischen Kulisse und ich die Tour sogar richtig genießen konnte, war einfach das größte Geschenk. Und ich war meinem Körper so unendlich dankbar dafür!



Als wir weiterliefen, verkündete uns ein entgegenkommender Norweger, dass das Geröll bald geschafft sei. Unsere Knöchel schmerzten durch die langen steinigen Abschnitte und so waren wir wirklich erleichtert bei dieser Nachricht. Und tatsächlich konnten wir nach der nächsten Kuppe (und insgesamt bereits 6km Geröll) wieder grünen Boden am Horizont entdecken.

 


Es ging immer weiter aufwärts und hellgelbe Rentierflechte mischte sich unter die Grün- und Brauntöne.

Als wir endlich den höchsten Punkt der Tour erreichten, gab es traditionsgemäß erstmal ein Kvikklunsj ;)



 

Wir folgten dem Bergrücken noch ein Stück bevor die bald darauf folgende Aussicht auf die zwei großen Seen des Nødre Botnvatnet unten im Tal den Abstieg einläutete.

Da wir noch früh dran waren und die Aussicht einfach zu schön war, legten wir nochmal eine ausgiebige Pause ein und snackten die bröseligen Reste unseres Knäckebrotes. Für unsere NPL-Tour waren wir auf der Suche nach kleinen ungekühlten Aufstrichen, die das trockene Knäckebrot etwas aufpeppten und sind dabei auf die Aufstriche von Zwergenwiese gestoßen, die uns seitdem auf solchen Touren immer begleiten (keine Werbung, sondern Herzensempfehlung ;))


 


Nachdem wir eine Stunde lang einfach nur diese gigantische Landschaft genossen haben, machten wir uns an den weiteren Abstieg hinab zur Pyttbua. Unten angekommen, überquerten wir noch einen tosenden Wildwasserfluss über eine Holzbrücke.



Auf der anderen Seite angekommen, suchten wir nach einem Zeltplatz, was sich gar nicht mal so einfach gestaltete. Da wir die Erfahrung gemacht hatten, dass sich in Ufernähe oft gute Plätze finden ließen, liefen wir weiter Richtung See, anstatt dem Weg zu Hütte zu folgen. Und tatsächlich fanden wir eine einigermaßen gerade Stelle für unser Zelt und mit der Aussicht auf den blauen See und die imposanten Berge dahinter hätte er schöner nicht sein können!



Dieser Paltz schaffte es definitiv in die Top 3 unserer schönsten Zeltplätze! Wir füllten am See unsere Wasserflaschen auf und gönnten unseren müden Füßen noch eine eiskalte Kneippkur, bevor wir uns Abendessen kochten und dann in die warmen Schlafsäcke kuschelten.

 


Tag 3: Pyttbua - Jakobselet (16,6km 500hm 9 Stunden)


Der nächste Tag erwartete uns mit einem wolkenlosen, strahlend blauen Himmel. Die noch tiefstehende Morgensonne tauchte alles in ein warmes Licht und die Stimmung war einfach magisch! Mit dieser traumhaften Aussicht gabs erst mal ein warmes Porrdidge, bevor wir alles zusammenpackten und uns motiviert auf den Weiterweg machten.

 



Der Weg führte uns in einem ständigen auf und ab durch abwechselnd trockene und sumpfige Abschnitte am Seeufer entlang, immer weiter auf die Mauer aus hohen Bergen im Hintergrund zu. Je näher wir kamen, desto mehr fragten wir uns, wo uns denn der Weg dort drüber führen würde. Denn so wirklich gut sah von der Weite keine Stelle aus und schon gar nicht in der Richtung, die uns unsere GPS-Uhr wies…


 

Da es gerade absolut windstill war und die Wasseroberfläche des Nødre Botnvatnet komplett ruhig vor uns lag, zeigte sich uns ein so imposantes Spiegelbild, dass wir die Frage nach dem Weg über den Bergkamm aber direkt wieder vergaßen. Die Seeoberfläche reflektierte die Umgebung so detailliert, dass man den See aufgrund des scharfen Spiegelbildes gar nicht mehr erkennen konnte. Es sah aus, als würden wir durch ein gigantisches Kaleidoskop blicken.

 


Am Ende des Sees überquerten wir noch ein paar kleinere Bäche und sahen dann auch, warum es von der Ferne den Anschein machte, als würde es keinen richtigen Weg über diese Berge geben – es gab ihn auch nicht! Der Weg verlief einfach nahezu senkrecht am Hang entlang nach oben. Wir waren froh, dass das Wetter heute trocken war und die Steine damit nicht rutschig. Mithilfe eines angebrachten Seils kletterten wir den Steilhang hinauf. Mit jeder Stufe, die geschafft war, wurde der Untergrund gerölliger. Von unten sah es jedes Mal wieder so aus, als hätten wir den höchsten Punkt erreicht – nur um dann wieder festzustellen, dass es eine weitere Stufe war und der Hang danach noch weiter steil nach oben ging und die nächste Seilstelle auf uns wartete… Bestimmt sechsmal fielen wir auf diese Täuschung herein und stöhnten jedes Mal wieder erschöpft auf, wenn wir "oben" angekommen waren und bemerkten, dass es dahinter nochmal weiter bergauf ging.


 





Als wir ENDLICH den höchsten Punkt erreicht hatten, brauchten wir erstmal Energienachschub und eine Pause :D Der Blick zurück war die Anstrengung aber auf jeden Fall wert!

 



Die Aussicht auf die andere Seite des Bergrückens war dann nicht weniger beeindruckend: zwei tiefblaue Seen umrahmt von steilen Bergflanken, auf denen Altschneefelder skurille Figuren formten (unter anderem Bugs Bunny und eine galoppierende Ziege :D)



 

Auch der Abstieg auf dieser Seite war ziemlich steil und hatte es in sich. Unten angekommen durften wir dann wieder über große Felsbrocken am Seeufer entlang klettern.

 


Da es in diesem Talabschnitt relativ windgeschützt war und der nachfolgende glasklare und türkisblaue See einfach zu verlockend aussah, schoben wir eine kurze Badesession ein. Die ersten Schritte ins eiskalte Wasser des Heimste Isholvatnet raubten uns erstmal kurz den Atem und erinnerten uns daran, dass es sich um einen Bergsee auf 1350m Höhe handelte :D

Trotzdem tat diese Abkühlung unglaublich gut und wir fühlten uns so lebendig und energiegeladen danach, dass wir die nächsten Kilometer fast schon im Laufschritt zurück legten.

 


Wir kamen an kleinen Bächen und Wasserfällen und einem weiteren leuchtend blauen See vorbei. An dessen Ufer entdeckten wir auch ein paar wunderschöne Zeltplätze. Hier könnte man theoretisch auch übernachten und dann am nächsten Tag bis zum Parkplatz durchlaufen. Da unsere Urlaubstage aber bereits knapp kalkuliert waren und wir morgen früh zurück am Auto sein mussten, wollten wir heute noch bis zur Reindalseter kommen.


 

Kurz darauf waren wir im Øvre Reindalen, also dem Rentiertal, angekommen und die Landschaft wechselte wieder in ein leuchtendes Grün – unterbrochen von hunderten inzwischen herbstlich dunkelrot verfärbten Blaubeersträuchern. Die Beeren waren genau perfekt reif und so kamen wir vor lauter Snacken wieder nur langsam voran.


 

Der glasklare Tverrelva schlängelte sich seinen Weg durch dieses Tal und wir folgten ihm immer weiter bis er sich nach einem kleinen Wasserfall tiefer in eine Schlucht grub.

 



Das letzte Stück führte durch herbstliches Gestrüpp und einige Sumpfabschnitte bis wir nach einem weiteren Abstieg wieder an der Reindalseter ankamen.


 


Wir liefen weiter zu der gemütlichen kleinen Jakobselet, die uns am ersten Tag schon so gut gefallen hatte und in der wir heute übernachten wollten.

In der Hütte angekommen, mussten wir leider feststellen, dass sich die kleine Holzhütte durch die Sonne heute aber so stark aufgeheizt hatte, dass man sich wie in einer Sauna fühlte. Wir rissen alle Fenster auf, aber außer dass sofort hunderte Mücken ihren Weg nach drinnen fanden, brachte es nicht den gewünschten Effekt. Und so gaben wir nach einer Stunde auf und verließen die Hütte schweren Herzens wieder.

 


Ein paar hundert Meter weiter stellten wir am Ufer des Langvatnet in der Dämmerung unser Zelt auf und flüchteten vor den hungrigen Blutsaugern sofort ins Innere.

 


Tag 3: Jakobselet - Zakariasvatnet (5km 130hm 2 Stunden)


Am nächsten Morgen warteten noch die letzten 5 Kilometer zurück zu unserem VW-Bus auf uns. Ein bisschen wehmütig schulterten wir unsere Rücksäcke – unser Urlaub nähert sich dem Ende und das bedeutet die Treckingrucksäcke verschwinden erstmal wieder für einige Monate im Ausrüstungsschrank.. Also genossen wir die letzten Schritte und prägten uns die Landschaft nochmal ganz genau ein :)

 

 

 


 

 
 
 

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