• Miri

Etappe 7: Mo i Rana bis Sulitjelma (Saltfjellet & Junkerdalen)


Endlich war es so weit: Die Fahrradetappe ging zu Ende und wir werden wieder auf unseren Wanderweg einsteigen!


Bevor es aber für uns wieder zu Fuß weiter ging, mussten wir in Mo i Rana noch ein paar organisatorische Dinge erledigen. Allen voran der Fahrradverkauf. Wir gingen nicht davon aus, dass wir die Fahrräder auf die Schnelle für einen guten Preis wieder verkaufen könnten. Aber mehr Zeit als diese zwei Tage hatten wir leider nicht. Dann mussten wir noch unser Paket vom anderen Ende der Stadt abholen und ein paar Kleinigkeiten an unserer Ausrüstung reparieren.


Wegen den Fahrrädern wollten wir unser Glück bei einer Brukt Buttik versuchen. Schließlich haben wir da auch ein Rad gekauft. Es gab sogar eine ziemlich große in Mo i Rana. Die Besitzerin erzählte uns dann aber leider, dass sie normalerweise nichts ankaufen, sondern die Leute einfach Sachen vorbei bringen, die sie nicht mehr brauchen. Außerdem sei die Fahrrad-Saison bald zu Ende bzw. hätte dieses Jahr eigentlich gar nicht wirklich angefangen. Sie betonte aber immer wieder, dass sie unsere Geschichte so toll findet und uns gerne helfen würde. Schließlich bot sie uns 100 € für alles (Räder, Anhänger, Werkzeug, Luftpumpe, Helme & Gepäckträger) an. Das war zwar viel weniger, als wir ursprünglich gehofft hatten, aber wir hätten sie am Schluss auch für zwei Tassen Kaffee in dem dazugehörigen Café da gelassen. Und so waren wir auch mit den 100 € happy.


Mit gemischten Gefühlen nahmen wir unsere Rucksäcke vom Anhänger und machten noch zwei Abschiedsfotos.




Einerseits freuten wir uns riesig darauf, wieder zu wandern. Andererseits hatten wir mit diesen zwei Rädern so viel erlebt und verbinden jetzt so viele Erinnerungen mit ihnen, dass es schon komisch war, sie jetzt einfach hier stehen zu lassen.


Im Regen liefen wir dann zur nächsten Bushaltestelle. Doch da war alles abgesperrt. Jetzt erfuhren wir auch endlich, warum alles in der Stadt ausgebucht war: Mo i Rana lag heute auf der Strecke des Arctic Race of Norway - quasi die Tour de France von Norwegen. Die ganze Stadt schien auszuflippen deswegen. Überall waren norwegische Flaggen und die Menschen versammelten sich an den Straßenrändern. Fernsehteams waren unterwegs und Hubschrauber flogen ununterbrochen über uns hinweg. Und die Stadtbusse fuhren heute natürlich nicht mehr. So mussten wir im immer noch strömenden Regen ins Zentrum laufen. Wir konnten glücklicherweise ganz kurzfristig doch noch ein Zimmer ergattern. Wahrscheinlich hatte noch jemand abgesagt. Unser Paket konnten wir ohne Busse allerdings heute nicht mehr abholen.


Dort angekommen hängten wir erstmal unsere nasse Wäsche und unser nasses Zelt quer über Zimmer und Dusche und machten uns dann an die Reparaturen: Flos Schuh mussten wir an einer Stelle kleben und meinen Hüftgurt nähten wir mit Zahnseide wieder zusammen, weil sich eine Naht gelöst hatte.



Am nächsten Morgen gab’s dann das beste Frühstückbuffet aller Zeiten! Dadurch, dass viele der Radfahrer aus ganz Europa ebenfalls in unserem Hotel waren, gab es für alle Nationalitäten eine Auswahl: verschiedenes französisches Gebäck, Baked Beans, Bacon, Würstchen und Eier in allen Variationen für die Engländer, usw. Wir fühlten uns wie im Frühstücks-Himmel! Da das Essen die nächsten Tage auf Tour wieder spärlicher ausfällt, hauten wir nochmal ordentlich rein ;)



Die nächste Nacht verbrachten wir dann wieder auf dem Campingplatz. Wir dichteten noch ein paar Nähte an unserem Zelt ab und konnten endlich unser Paket abholen. Essen für 13 Tage hatten wir bis jetzt noch nicht dabei und das Verstauen war Rucksack-Tetris auf dem höchsten Niveau.





Abends quatschten wir noch lange mit einer jungen Wienerin. Sie wandert hier gerade für das Projekt Climate Walk, bei dem mehrere Menschen parallel vom Nordkapp und von Portugal aus bis nach Wien wandern und unterwegs Interviews führen und Folgen des Klimawandels für die Menschen hier aufdecken. Wir fanden das Projekt super spannend und die Idee, das mit Wandern zu verknüpfen richtig gut!


Am nächsten Morgen klingelte unser Wecker schon um 5.30 Uhr. Wir hatten nicht gut geschlafen, weil wir beide ein bisschen aufgeregt waren. Wir hofften so sehr, dass der Wiedereinstieg klappt und mein Fuß mitmacht. Ein wenig zerknatscht packten wir schnell alles zusammen und liefen zum Bahnhof, von wo uns ein Zug in die Nähe des Einstieg unseres Wanderweges brachte.



Von da ging es noch ein paar Kilometer über die E6 und dann konnten wir den Asphalt endlich wieder für längere Zeit verlassen.



Wir haben unsere Tagesetappen auf maximal 10-15 Kilometer gekürzt, damit sich meine Sehne langsam wieder an die Belastung gewöhnen konnte. Dadurch werden wir ungefähr 13 Tage unterwegs sein, bis wir die nächste Einkaufsmöglichkeit erreichen.


Pünktlich zu unserem Wanderstart hatten wir dann traumhaftes Wetter!


Zu Beginn überquerten wir einige Hängebrücken und stiegen dann auf bis zur Granneset Hütte. Dort schlugen wir auf einer Wiese unser Zelt auf.





Die Hütte war ziemlich spärlich eingerichtet und strahlte doch Gemütlichkeit aus. Zu unserem Glück hatte jemand vor uns eine Tasse mit Moltebeeren stehen gelassen.





Am nächsten Tag folgten wir weiter dem Bredekforsen. Die Wanderwege standen teilweise immer noch unter Wasser. Nach einer weiteren ziemlich wackeligen Hängebrücke frühstückten wir mit einer tollen Aussicht auf den türkisfarbenen Fluss.







Ein paar hundert Meter weiter kamen wir an der Bredek Mountainfarm vorbei - ein alter Bauernhof aus 1830, der heute als Museum dient. In den Sommermonaten ist er für ein paar Wochen geöffnet. Heute und die nächsten Tage kümmerte sich eine norwegische Familie um das Museum. Sie machten gerade Pancakes über dem Lagerfeuer und luden uns ein, mit ihnen zu frühstücken. Die Pancakes schmeckten himmlisch und wir unterhielten uns gut.






Es ging weiter durch dichten Wald und immer wieder verwandelte sich der Weg in ein Schlammfeld. Unsere Schuhe waren bald durchgehend mit einer Schlammschicht überzogen.



Wir stiegen in eine Schlucht hinab, um den Fluss auf einer Hängebrücke zu überqueren. Direkt danach ging’s die Schlucht wieder steil nach oben. Dann gab’s erst mal eine kurze Verschnaufpause.



Auf dem weiteren Weg fühlten wir uns ein bisschen wie im Dschungel - vielleicht auch wegen der hohen Luftfeuchtigkeit hier. Der nasse Waldboden dampfte bei dem warmen Wetter richtig vor sich hin. Überall wuchsen riesige Farne.





Als wir dann Mittagspause machten, entdeckte Flo zufällig ein paar Moltebeeren. Diese besonderen Beeren wachsen ausschließlich in Moorgebieten. Auch ein paar Blaubeeren konnten wir naschen.



Danach ging’s noch ein paar Kilometer weiter durch den Matsch. Und irgendwie wollte die Baumgrenze einfach nicht kommen. So wird das schwierig mit dem Zeltplatz.



Unsere Etappe heute endet direkt an einem weiteren Meilenstein unserer Tour: dem Polarkreis. Vielleicht haben wir Glück und können direkt dort schlafen…


Ein schiefes Holztor mit der Aufschrift Polarsirkel markierte dann diesen besonderen Punkt. Es fühlte sich ziemlich gut an, durch dieses Tor zu gehen und zu wissen, dass man es aus eigener Kraft bis zum Polarkreis geschafft hat!




Kurz darauf fanden wir sogar einen schönen Platz für unser Zelt. Irgendwie waren wir ganz schön k.o. Unsere Körper waren die schweren Rucksäcke nicht mehr gewohnt und wir merkten schnell, dass man zum Radfahren wohl doch andere Muskeln braucht als zum Wandern.



Am nächsten Tag erreichten wir dann nach einer Stunde endlich die Baumgrenze! Die Landschaft wurde wieder weitläufiger und wir waren endlich wieder umgeben von Fjell :)

Wir gingen entlang an einem schönen Flussdelta. Bei dieser Aussicht frühstückten wir dann erstmal.





Der Boden war immer noch extrem sumpfig und wir kamen nur langsam voran. Aber es war schön, dass uns nun wieder die roten Ts den richtigen Weg wiesen und keine Straßenschilder mehr.


Dann erreichten wir den Tespvatna, einen klaren Bergsee. Davor entdeckten wir eine kleine, richtig schöne Wildblumenwiese. Wir kühlten kurz unsere Füße und umrundeten ihn dann östlich, bevor ein steiler Anstieg folgte. Der Blick zurück war fantastisch. Aber noch schöner war die Aussicht nach vorne, als wir den höchsten Punkt für heute erreichten. Vor uns lag ein riesiges Tal. Tief unten schlängelte sich ein Fluss hindurch. Dahinter erstreckte sich eine hohe Bergkette. In dieses Tal müssen wir heute noch absteigen, um zur Krukkistua zu gelangen.









Wir gingen noch ein paar Kilometer parallel zum Bjøllådalen, bevor es dann stetig bergab ging. Die matschigen Passagen nahmen wieder zu und mehr als einmal schwappte der Schlamm von oben in unsere Schuhe. Kurz vor der Krukkistua fanden wir einen schönen Zeltplatz. Als das Zelt aufgebaut war, naschten wir noch ein paar Moltebeeren und Blaubeeren, die um uns herum wuchsen.







Um Mitternacht ließ uns dann plötzlich einsetzender Starkregen hochschrecken. Es hörte sich an, als würden die Tropfen durch unsere Zeltplane durchschlagen wollen.


Auch als der Wecker am nächsten Tag klingelte, regnete es noch so stark. Nach dem zehnten Mal die Schlummer-Taste drücken rafften wir uns doch auf, schmissen uns in unsere Regenkleidung und gingen los. Frühstücken wollten wir dann in der Krukkistua. Die Strecke dorthin war ziemlich nervig - nur Matsch und Gestrüpp und dazu noch unendlich viele Mücken.





Als wir ankamen, heizte Flo gleich den Ofen an und ich kochte uns Porridge. Da wir heute eh nur noch 5 Kilometer bis zur Saltfjellstua laufen wollten, beschlossen wir, noch ein bisschen hier zu bleiben.






Wir hingen unser Zelt zum Trocknen auf. Heute morgen ist uns aufgefallen, dass eine Schlaufe, an der die Heringe befestigt werden, halb abgerissen ist. Die wollten wir später noch annähen.



Flo sah sich dann noch in der zweiten Hütte um. Freudestrahlend und mit einer Gitarre in der Hand kam er wieder zurück. Während er ein bisschen spielte, schaute ich mir unsere nächsten Strecken nochmal genauer an.





Als dann beim Mittagessen ein Sonnenstrahl durchs Fenster auf unseren Tisch fiel, waren wir irritiert. Der Wetterbericht hatte ja viel angesagt für heute, aber sicher keinen Sonnenschein. Als die Wolkendecke weiter aufzog, packten wir unsere Sachen und machten uns an die restlichen 5 Kilometer.


Es ging noch ein Stück bergauf und wir hatten tolle Ausblicke auf den hellblau schimmernden Fluss.



Wir fanden so viele Moltebeeren am Wegesrand, dass wir ewig brauchten für das kurze Stück. Aber das Wetter hielt und es machte richtig Spaß. Deshalb ließen wir uns einfach Zeit.



Als wir dann die Saltfjellstua erreichten, fanden wir auch gleich einen schönen Zeltplatz. Wir quatschten noch kurz mit einem Norweger, der ebenfalls NPL gewandert war - allerdings in Etappen. 18 Jahre hatte er dafür gebraucht und letztes Jahr war die letzte dran. Dann machten wir noch einen Blaubeer-Sammel-Spaziergang, damit wir morgen unser Frühstück ein bisschen aufpeppen konnten.






Die ganze Nacht hatte es dann durchgeregnet und auch am Morgen kam noch ziemlich viel Wasser vom Himmel. In voller Regenmontur ging’s noch ein paar hundert Meter weiter auf der Telegraphruta bevor dann unser Weg nach Lønsdal ostwärts abzweigte.




Wir überquerten den Fluss im Tal und stiegen ab da dann wieder bergauf. Nach etwa 2,5 Kilometern standen wir vor einem großen, ziemlich reißenden Fluss. Ein Schild wies darauf hin, dass man ihn bei Hochwasser weiter unten am See queren sollte.




Er bestand auf 4 Flussarmen. Während wir so da standen und von oben nach einer geeigneten Stelle suchten, kam ein Schweizer vorbei. Wir überlegten kurz gemeinsam. Er hatte die selbe Stelle anvisiert, die wir auch überlegt hatten. Also versuchten wir es dort. Die ersten drei Flussarme klappten ganz gut, doch der vierte war viel tiefer und die Strömung viel stärker, als wir von der Entfernung annahmen.



Wir liefen etwas auf und ab, fanden aber keine gute Stelle. Also doch weiter runter zum See. Wir hatten gehofft, es ginge anders, denn alles was wir jetzt absteigen, mussten wir nach der Querung wieder bergauf steigen. Doch auch, als wir schon fast ganz unten am Ufer ankamen, sah der Fluss noch nicht besser aus. Zudem mussten wir die anderen drei Flussarme, über die wir schon drüber waren, wieder zurück queren, um überhaupt so weit runter zu kommen. Ziemlich genervt und schon halb erfroren, versuchten wir es dann einfach. Die Strömung zerrte an unseren Füßen und das eisige Wasser fühlte sich an wie tausend Nadelstiche an den Beinen. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir das andere Ufer.



Für eine Erholungspause war es zu kalt und es regnete immer noch in Strömen. Also ging’s direkt weiter. Jetzt mussten wir erst mal unseren Wanderweg wieder finden. Wir versuchten, den Berg geradeaus hochzusteigen, um nicht wieder so viel zurück laufen zu müssen. Tatsächlich stießen wir oben wieder auf den Weg.


Ungefähr einen Kilometer nach dem Fluss lag ein großes Blockfeld vor uns. Es war ziemlich anstrengend darauf zu wandern. Die Steine waren extrem rutschig, so dass man sich bei jedem Schritt konzentrieren musste.




Je höher wir kamen, desto kälter wurde es. Unsere Kleidung war durch den Starkregen am Vormittag schon komplett durchnässt und wir waren nur noch am frieren. Laut Flos Uhr hatte es nur noch 1 Grad. Der Nieselregen hatte sich inzwischen in kleine Eiskristalle verwandelt. Und der eisige Wind machte es noch ungemütlicher.


Immer weiter stiegen wir über die großen Felsbrocken bergauf. Es sah aus wie ein endloses Steinemeer. Hin und wieder lichtete sich der Nebel und ließ uns erahnen wie atemberaubend schön die Landschaft hier eigentlich ist! Mal konnten wir ein Stück eines schneebedeckten Berges sehen, mal ein Stück dunkelblau oder türkis schimmernden Bergsee.




Dann kamen wir durch ein relativ windgeschütztes kiesiges Tal, dass hügelig und mit grün-rot farbenen Moosflächen vor uns lag. Die Landschaft hier war so bizarr, so karg, so einsam und wild. Als wären wir auf einem anderen Planeten. Obwohl wir halb erfroren waren und unsere Knöchel von dem kilometerlangen Blockfeld schmerzten, waren wir glücklich, hier zu sein. Diese ewige Weite, diese Stille und Einsamkeit waren unbeschreiblich.






In der Mittagspause kochten wir uns schnell einen Tee zum aufwärmen. Die Pause fiel aber kurz aus, da wir sehr schnell auskühlten mit den nassen Klamotten.


Das Blockfeld wollte einfach kein Ende nehmen. Nach 10 Kilometern über diese Steinwüste wurden die Steinbrocken dann langsam weniger. Unter der Wolkendecke zeigte sich vor uns eine lange Ebene, durch die sich ein Fluss schlängelte. Dort wollten wir uns einen Zeltplatz suchen. Wir mussten endlich raus aus den nassen Klamotten. Wir stellten das noch vom Morgen nasse Zelt auf und vergruben uns sofort ganz tief in unseren Schlafsäcken.



Als wir am nächsten Morgen aufwachten, war es immer noch eisig kalt, aber wir konnten Sonnenstrahlen durchs Zelt sehen. Wir schauten nach draußen und waren sprachlos wie schön die Umgebung ohne Nebel und Grauschleier aussah! Ein paar Wolken hingen noch an den Bergen fest, aber auch die blies der Wind bald fort.





Wir liefen noch eine Zeit lang am Fluss entlang durch das Kjemåbekken. Dann stiegen wir weiter bergab. Die Landschaft war atemberaubend. Die Flüsse und Seen glitzerten in der Sonne, die Wiesen leuchteten in kräftigem grün und der Himmel strahlte hellblau! Dazu die grauen, teils noch schneebedeckten Berge. Und schon wussten wir wieder ganz genau, wofür wir uns die ganzen Strapazen antun!





Als wir dann noch haufenweise reife Moltebeeren am Wegesrand fanden, konnte der Tag gar nicht perfekter sein. Unsere Mittagspause machten wir dann mit tollem Ausblick auf den Kjemåvatnet. Sogar die Lomper waren heute gut drauf. Wir sammelten noch zwei Becher voll Moltebeeren und machten uns dann wieder auf den Weg.





Die nächsten Kilometer hatten wir immer noch eine tolle Aussicht zurück auf den See.



Um 16.30 Uhr erreichten wir dann die Lønstua. Jemand saß schon auf der Veranda in der Sonne. Wir brauchten etwas um uns gegenseitig zu erkennen: es war der Schweizer von gestern. So ohne die komplette Regenkleidung sah man doch ganz anders aus. Er war heute mit dem Zug nach Fauske zum einkaufen gefahren. Er hatte den gleichen Fehler wie wir auf dieser Etappe gemacht: viel zu wenig Süßigkeiten mitzunehmen ;) Und weil er jetzt fast etwas zu viel eingekauft hatte, schenkte er uns eine halbe Packung Chips und ein paar Kekse. Hatte ich vorher gesagt, der Tag konnte nicht mehr perfekter sein? Oh doch ;)



Wir ratschten noch ein bisschen, dann machten wir uns wieder auf den Weg. Bei diesem tollen Wetter wollten wir noch ein bisschen weiter gehen. Eine Hängebrücke brachte uns auf die andere Seite eines reißenden Flusses. Dann ging’s noch ein Stück durch lichten Birkenwald bergauf.




Über sumpfige Stellen waren sogar Holzbretter ausgelegt - richtiger Wanderluxus! Als wir an einem Bach vorbei kamen und somit das Trinkwasser für heute Abend gesichert war, schlugen wir unser Zelt auf.



Der Wind rüttelte ganz schön an unserem Zelt am nächsten Morgen. Und es regnete wieder. Wir hatten keine große Lust da rauszugehen und trödelten noch ein bisschen rum. So wurde es 9:00 Uhr bis wir los kamen. Es ging wieder nur durch Matsch und Sumpf und schon nach zwei Kilometern waren meine Schuhe wieder durch. Meine Füße schwammen nur so darin und zwischen den Zehen drückte es bei jedem Schritt das Wasser hoch. Alle paar Kilometer konnte ich meine Socken auswinden.




Es ging stetig bergauf auf den Litlfjell und der Wind wurde immer stärker. Unsere Trekkingstöcke konnten wir nur mit Mühe aufsetzen, weil sie einfach zur Seite geblasen wurden. Schon im Tal waren Windgeschwindigkeiten bis zu 65 km/h angesagt. Hier oben müssen es noch mehr sein. Da der Wind von rechts kam, hatten wir ziemlich Schlagseite. Die einzige Pause bestand heute aus 5 Minuten sitzen und dem Wind den Rücken zu kehren. Länger hielten wir es nicht aus.






Die düstere Wolkenfront auf der anderen Seite sah ziemlich bedrohlich aus. Aber sie blieb zum Glück genau da hängen.




Dann folgte der Abstieg ins Tal und es ging wieder kurz durch Birkenwald bevor wir die Graddis Fjellstue mit Campingplatz erreichten. In der Rezeption war niemand, also riefen wir die Nummer an, die dort stand. Wir wurden ziemlich unfreundlich begrüßt und sie wollten uns erst gar nicht campen lassen, weil sie im Urlaub waren (obwohl einige andere Gäste und auch Zelte hier waren). Dann stimmten s