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  • Miri

NZ - Etappe 7: Dunedin, Mini-Roadtrip & Fazit

Von Christchurch brachte uns dann ein weiterer Intercity Bus in einer sechsstündigen Fahrt nach Dunedin. Ohne die Fahrräder Bus zu fahren war gleich viel entspannter - nichts auseinander bauen, kein Tetris spielen in dem engen Kofferraum, einfach nur einsteigen ;)


Die letzten paar Tage waren wohl doch etwas zu anstrengend und meine Erkältung wurde abends wieder schlimmer. Statt Sightseeing verbrachte ich deshalb den nächsten Tag wieder mit schlafen. Da draußen ein Sturm mit 100 km/h und Starkregen wütete und sowieso davor gewarnt wurde, das Haus zu verlassen, war das aber auch nicht weiter schlimm.


Jetzt hatten wir noch eine Woche hier auf der Südinsel übrig. Ein paar Gebiete im Süden der Insel hatten wir auf unserer Bikepacking-Tour wegen der großen Umwege ausgelassen. Da wir uns für die letzte Woche ein Mietauto gebucht haben, konnten wir diese jetzt doch noch mitnehmen und darauf freuten wir uns schon riesig.

Das Auto wurde uns dann sogar direkt zum Campingplatz gebracht und der Fahrer fuhr mit dem Taxi wieder zurück. Was für ein Service! :) Für Mietautos in Dunedin können wir Rent a Car NZ nur empfehlen! Sie hatten zwar leider für unseren Zeitraum kein kleineres Auto mehr, doch auch das größere kostete im Vergleich zu allen anderen Anbietern nur die Hälfte. Für 7 Tage haben wir nur 290€ gezahlt.



Roadtrip durch Southland & Otago


Wir hatten uns die Southern Scenic Route vorgenommen - auf 600 Kilometern führte sie uns von Dunedin über Invercargill nach Queenstown. Am ersten Tag wollten wir die Catlins erkunden, eine Küstenregion im Südosten der Insel. Es regnete, aber irgendwie passte die Stimmung zu der rauen einsamen Gegend. Unser erstes Ziel war das Nugget Point Lighthouse.

Über einen kurzen Wanderweg entlang der hohen Klippen gelangten wir zur Spitze der Landzunge, auf der ein weißer Leuchtturm stand. Davor lagen viele kleine Felsinseln (die Nuggets) im Meer verteilt. Rechts neben der Landzunge fiel eine graue Felsklippe steil ins Meer ab.






Das Meer war rau und stürmisch heute. Breite Wellen mit weißer Gischt rollten auf die Küste zu und umspülten die Felsen geräuschvoll. Das Panorama war wirklich beeindruckend!In der Ferne konnten wir sogar eine Robbe im Wasser sehen, wie sie gerade einen großen Fisch gefangen hatte.


Anschließend folgten wir der Southern Scenic Route weiter entlang der Küste.


Wir machten eine kurze Wanderung zu den Matai Falls und den Horseshoe Falls, zwei Wasserfälle, die versteckt in dichtem Wald lagen.





Unseren nächsten Stopp legten wir am Florence Hill Lookout ein. Von dort hatten wir eine tolle Aussicht auf die lange Tautuku Bay.



Unser letzter Aussichtspunkt in den Catlins waren die Curio Bay Cliffs. Wir spazierten oberhalb der Klippen entlang und beobachteten eine Zeit lang die schäumenden Wellen, bis uns der eiskalte Wind zurück ins warme Auto drängte. Nach so langer Zeit nur mit Fahrrädern, ist so ein Auto, bei dem man einfach die Heizung einschalten und sich vor dem Regen verstecken kann, schon ziemlicher Luxus ;)




Unser Zelt stellten wir dann auf dem Beach Road Campsite in Invercargill auf. Als wir dann in die Küche gingen, um uns ein ziemlich spätes Abendessen zu kochen, spielte dort laute Oldie-Musik und ein paar ältere Herren sangen gut gelaunt mit. Sofort steckte uns die gute Laune an und das Kochen machte gleich noch mehr Spaß.


Am nächsten Tag fuhren wir weiter auf der Southern Scenic Route nach Te Anau, das Tor zum Fjordland National Park. Die Strecke war richtig schön und wir stellten erfreut fest, dass die höheren Berge alle schon eine frische puderzuckrige Schneeschicht hatten.



Nach einem kurzen Zwischenstopp im Sandflys Café in Te Anau machten wir uns auf den Weg zum Milford Sound.


Schon die Strecke dort hin war atemberaubend! Alle paar Kilometer gab es Lookouts am Straßenrand mit Blick auf die traumhafte Landschaft des Fjordland National Parks.


Wir machten einen kurzen Spaziergang entlang der unglaublich klaren Mirrorlakes, hatten immer wieder grandiose Aussichten auf die Bergwelt und kamen an türkisenblauen Gletscherflüssen und sprudelnden Wasserfällen vorbei.







Da wir so viele Fotostopps machten, war es schon später Nachmittag, als wir den Milford Sound erreichten. Wir wanderten den kurzen Milford Foreshore Walk entlang bis wir zu einer Kiesbucht kamen, von der wir eine perfekte Aussicht auf den Fjord hatten.


Majestätisch und ruhig lag er vor uns. Die tiefstehende Sonne ließ das Wasser glitzern und zusammen mit den mächtigen spitzen Bergen entstand ein unglaubliches Panorama!





Glücklich, das Fjordland jetzt doch noch gesehen zu haben, fuhren wir zurück nach Te Anau und stellten dort auf dem Campingplatz unser Zelt auf.


Eine eiskalte Nacht mit wenig Schlaf lag hinter uns. Unser Thermometer zeigte in den frühen Morgenstunden nur 4° C an. Das Zelt war vom Tau komplett nass. Auch tagsüber blieben die Temperaturen inzwischen relativ niedrig zwischen 10 und 15 Grad. Der Herbst war hier im Süden definitiv angekommen.


Da erschien uns ein Frühstück im Warmen doch attraktiver als auf dem kalten Campingplatz und so schauten wir nochmal vor ins Sandfly Café auf zwei Dattel Scones. Die werden wir auf jeden Fall vermissen!



Danach führte uns unser Weg Richting Queenstown am Lake Wakatipu entlang. Auch hier hatten viele Berge schon eine frische Puderzuckerschicht auf den Gipfeln.




Vom Devil’s Staircase Lookout Point hatten wir eine super Aussicht über den See und die dahinter liegenden Bergketten.






Dann war es nur noch ein kurzes Stück bis nach Arrowtown - auch eine Stadt, die wir von unserer Bikepacking-Tour noch positiv in Erinnerung hatten.


Und auch jetzt gefiel es uns wieder total gut dort. Zwischen den großen Touristenorten Queenstown, Wanaka und Cromwell gelegen, war es hier erstaunlich ruhig und entspannt.


Wir machten einen schönen Spaziergang am Fluss entlang und freuten uns über die Herbstfarben, die sich in den Laubbäumen schon leicht andeuteten. Anschließend schlenderten wir noch durch die süße Innenstadt mit ihren historischen Fassaden aus der Goldgräberzeit und den vielen schönen Cafés und Restaurants. Arrowtown hat 2020 den Award für die „most beautiful small town“ von Neuseeland gewonnen. Und auch für uns war es die schönste Stadt unserer Reise (dicht gefolgt von Hokitika).








Zum Abendessen schauten wir in den urigen Biergarten des ‚The Fork and the Tap’ und zu unserer Überraschung gab’s sogar ein veganes „Pulled Pork“ Sandwich mit Pilzen und Jackfruit :)




Am nächsten Tag fuhren wir entlang der Kawarau Gorge nach Cromwell.


Der türkisblaue Fluss inmitten dieser schroffen Berge war auch beim zweiten Mal immer noch ziemlich beeindruckend!




Anschließend ging’s weiter durch das Lindis Valley hinauf zum Lindis Pass, einer der höchsten Straßenpässe Neuseelands. Die Berge, durch die wir fuhren, waren überall mit Tussock-Gräsern bewachsen, wodurch sie ihre gelb-braune Farbe erhalten.





Unser Ziel heute war der Campingplatz in Omarama. Dort waren wir auch damals schon, als wir hier mit den Fahrrädern durchgekommen sind.


Bei Sonnenaufgang ging’s dann am nächsten Morgen zum Lake Pukaki. Wir fuhren immer weiter auf die Southern Alps zu bis zu seinem nördlichen Ende. Von dort startete der Hooker Valley Track, den wir uns für heute vorgenommen haben.



Zu Beginn der Strecke wanderten wir noch im Schatten der hohen Berge. Aber schon jetzt war die Landschaft einfach unglaublich. Hohe gletscherbedeckte Berge säumten den Weg zu allen Seiten.



Wir folgten dem Tasman River und passierten etwa nach der Hälfte der Strecke den Mueller Lake. Kurz darauf kam dann endlich der Mount Cook - Neuseelands höchster Berg - in unser Blickfeld.





Nach fünf Kilometern erreichten wir unser Ziel, den Hooker Lake. Ein paar größere Gletschereis-Brocken lagen im See verteilt und im Hintergrund thronte der 3724m hohe Mount Cook über dieser atemberaubenden Kulisse.






Auf der Rückfahrt legten wir noch einen Stopp am südlichen Ufer des Lake Pukaki ein. An diesem unfassbar blauen See sind wir vor etwa zwei Monaten schon entlang geradelt. Und auch auf den zweiten Blick hat er uns wieder total geflasht!




Dann hatten wir noch einiges an Strecke vor uns, denn wir wollten heute noch zurück nach Dunedin kommen. In Duntroon legten wir nochmal einen kurzen Zwischenstopp ein. Wir wollten nochmal im The Flying Pig Café vorbei schauen. Dort haben wir den besten Carrot Cake unserer gesamten Reise gegessen ;)


Als wir das rosafarbene Gebäude betraten, konnten wir uns direkt wieder an diesem Tisch in der Ecke sitze sehen, völlig durchnässt und erfroren nach dieser Alternativrouten-Aktion auf dem Alps2Ocean Trail.

Auch diesmal war der Carrot Cake wieder einfach göttlich!




Auf der Hälfte der Strecke nach Dunedin lag dann noch unser letzter Spot für heute: der Moeraki Boulder Beach. Dort findet man ein ziemlich interessantes Naturwunder vor - die Moeraki Boulders.


Diese weltweit einzigartigen nahezu perfekt runden Felskugeln haben uns wirklich total fasziniert - vor 60 Millionen Jahren sind sie entstanden und durch eine Anhebung des Meeresbodens vor vielen Jahren an die Oberfläche gelangt. Seitdem werden durch Wind und Wellen immer wieder neue Boulder freigelegt!







Immer wieder unglaublich, was die Natur so alles erschaffen hat.


Dunedin


An unserem letzten Tag mit Mietauto wollten wir uns noch die Umgebung von Dunedin ein wenig ansehen. Der erste Punkt auf unserer Route war der Tunnel Beach. Durch eine kurze Wanderung auf einem ziemlich steilen Kiesweg gelangten wir zu den berühmten Sandsteinklippen. Die Wellen waren stark heute und die aufspritzende Gischt erzeugte einen Nebel, der diese beeindruckende Kulisse noch dramatischer wirken ließ. Durch einen schmalen steilen Tunnel gelangte man zum Strand hinab.









Anschließend fuhren wir raus auf die Otago Peninsula. Diese grüne Halbinsel im Süden von Dunedin ist geprägt von einer idyllischen Landschaft. Schafe grasten auf weitläufigen grünen Wiesen an der Küste und auch hier findet man wieder viele Steilküsten und einige tolle Strände.



Einer davon ist die traumhafte Sandfly Bay, die ihren Namen zum Glück nicht von den kleinen Biestern, sondern von herumfliegendem Sand bei starkem Wind hat.



Den Nachmittag verbrachten wir dann im wirklich schön angelegten Botanic Garden von Dunedin.





Ein weiterer Punkt stand noch auf unserer Liste: Wir wollten uns die University of Otago ansehen. Sie ist die älteste Universität Neuseelands und die erste im gesamten britischen Empire, in der auch Frauen studieren durften! Neuseeland war übrigens auch das erste Land, in dem das Frauenwahlrecht (1893) eingeführt wurde. Der Campus rund um das historische Gebäude im schottischen Stil strahlte einen ganz besonderen Charme aus. Wir bekamen direkt Lust, nochmal zu studieren ;)





Als krönenden Abschluss gab’s dann abends noch unglaublich leckeres Green Curry und Pad Cashew Nut im Asia Star Food in der Innenstadt. Ein ziemlich perfekter letzter Tag auf der Südinsel :)


Am Tag darauf ging's für uns mit dem Flieger nach Auckland auf die Nordinsel, von wo aus dann in zwei Tagen unser Rückflug starten wird.




Mit gemischten Gefühlen standen wir dann zwei Tage später wieder in Auckland am Flughafen. Jetzt ist also auch unser zweites großes Abenteuer vorbei und damit neigt sich auch unsere lange Reise, die vor fast 11 Monaten am Kap Lindesnes in Norwegen startete, dem Ende zu. Und obwohl wir deswegen auch ein bisschen traurig sind, haben wir in den letzten Wochen immer mehr gemerkt, dass die Vorfreude auf Zuhause unsere Reisefreude und Abenteuerlust langsam doch immer mehr überlagert hat. Wir sind so dankbar für all die Abenteuer, all die besonderen Erlebnisse und unvergesslichen Momente, all die tollen Bekanntschaften und all die unglaublich faszinierenden Landschaften, die wir in den letzten Monaten entdecken durften!



Während der 24 Stunden Flugzeit hatten wir genug Zeit, die letzten drei Monate auf Neuseelands South Island nochmal Revue passieren zu lassen. Landschaftlich hat uns diese Insel wirklich umgehauen! Sie war sogar noch viel schöner und vielfältiger, als wir es uns vorher ausgemalt hatten. Doch es gab auch ein paar negative Aspekte, die wir uns nicht ganz so extrem vorgestellt hatten...


Unser Fazit zu Neuseeland


Neuseeland ist für uns wirklich ein total besonderes Land. Wir können es gar nicht so wirklich beschreiben, was diese Faszination am Ende ausgemacht hat...


Zum einen sicherlich auch die Mentalität der Neuseeländer und die Stimmung im Land. Irgendwie lief die Zeit einfach langsamer in Neuseeland, die Menschen dort waren viel entspannter, offener und - zumindest war das unser Eindruck aus vielen Gesprächen - setzten ganz andere Prioritäten im Leben als die meisten Menschen in Deutschland. Mehr Carpe Diem und weniger Stress ;)


Was uns außerdem noch ganz stark in Erinnerung geblieben ist, war das besondere Licht in Neuseeland. Alles leuchtete irgendwie kräftiger und heller. Das liegt wohl an der abgeschiedenen Lage Neuseelands und der unbelasteten Atmosphäre dort, dem niedrigen Breitengrad und dem an sonnigen Tagen besonders wolkenlosen Himmel.

Anfangs wirkte die Landschaft deshalb irgendwie surreal auf uns. Das Licht erzeugte eine ganz besondere Stimmung, an die wir noch sehr oft zurück denken.


Und dann ist da natürlich noch die atemberaubende Landschaft! Neuseeland ist wirklich ein unglaublich schönes Land, das so viele Landschaftsformen zu bieten hat, wie kaum ein anderes Land auf dieser Welt!

Nur wenige Kilometer trennen dichten, verzauberten Regenwald von beeindruckenden Fjorden, mächtige Berge und Gletscher von traumhaften Stränden mit türkis-blauem Wasser und hohe schroffe Klippen von den allerschönsten Seen.


Und das ist auch genau das, was Neuseeland aus unserer Sicht so besonders macht - diese große landschaftliche Vielfalt auf so kleinem Raum. Bei einer Reise quer durch Europa wird man ein ebenso faszinierendes Repertoire an Landschaften vorfinden: beeindruckende Fjorde und Gletscher in Norwegen, atemberaubende Vulkangebiete in Island, hohe steil abfallende Klippen in Irland, tolle Berglandschaften in den Alpen oder den schottischen Highlands, wunderschöne Strände auf Sardinien oder in Portugal, usw.

Sehr oft fühlten wir uns in Neuseeland an eines dieser Länder erinnert. Ein Freund hat Neuseeland mal als "Europa im Taschenformat" bezeichnet und das trifft es eigentlich ganz gut. Nur mit dem Regenwald wird es in Europa schwierig ;)


Aber genau diese Vielfalt auf kurzer Strecke macht Neuseeland zu einem perfekten Bikepacking-Reiseziel. Was wir in drei Monaten alles gesehen haben, wäre in Europa mit dem Fahrrad kaum möglich gewesen. Hinzu kommt, dass es vor allem auf der Südinsel sehr viele Cycletrails gibt, die sich meist mühelos miteinander verbinden lassen und die sich mit der Great Rides App auch super vorbereiten lassen. Und auch große Tourenvorschläge mit gutem Planungsmaterial, z.B. die Tour Aoteoroa oder die Sounds to Sounds Tour, gibt es.


Wenn die Trails zwischen Collingwood und Queenstown (Kawara Gorge Trail) und zwischen Pictor und Kaikoura (The Whale Trail) fertig gestellt sind, ist auch eine komplette Umrundung der Südinsel mit allen wichtigen Highlights auf Cycle Trails ganz ohne größere, verkehrsintensive Straßen möglich. Wenn man die vielen Schrecksekunden in Kauf nimmt, die einem die zu dicht vorbeifahrenden Autos und LKWs auch auf kleineren Straßen bescheren, ist Neuseeland eigentlich ein richtig perfektes Bikepacking-Land!


Eigentlich deshalb, weil es noch ein paar Punkte gibt, die die Vorteile aus unserer Sicht trüben:


  1. Neuseeland ist ein unfassbar teures Land!

    • Die Supermarktpreise sind etwa doppelt so hoch wie bei uns. Vor allem für gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse muss man meist tief in die Tasche greifen.

    • Für Campingplätze zahlt man im Schnitt für 2 Personen und ein kleines Zelt (ohne Strom) umgerechnet 30-40 €. Für DOC-Campsites (häufig nur ein Plumpsklo, kein Trinkwasser, keine weiteren Einrichtungen - dafür aber oft viel schöner gelegen) waren es bei uns meistens 17 €. Da die Preise hier fast immer pro Person berechnet wurden, zahlt man mit einem kleinen Zelt genauso viel wie ein großer Wohnwagen mit Vorzelt und Auto.

    • Auch die touristischen Highlights (z.B. Bootstour im Milford Sound, Gletscherflüge, Delfinschwimmen & Walbeobachtungen, Glowworm-Caves, Kayaktouren im Able Tasman, etc.) kosten fast immer übertrieben hohe Summen. Seit der Corona-Pandemie sind die Preise für solche Ausflüge (und im Übrigen auch für Campingplätze) zusätzlich nochmal massiv angestiegen.


2. Die Campingsituation in Neuseeland war mit Zelt oft nicht so einfach.

  • Wildcampen ist für Zelte inzwischen kaum mehr möglich. "No freedom camping"- Schilder werden immer mehr und wenn es noch Spots zum Freistehen gibt, gelten die meistens nur noch für self-contained Wohnmobile und Camper (also wenn man eine eigene Toilette dabei hat).

  • Auf Campingplätzen wird man oft auf für Zelte schlecht geeignete Parzellen mitten zwischen die großen Camper gestellt. Nur sehr selten gab es eigene Zeltwiesen.


3. Übertourismus

  • Was uns wirklich gestört hat, war diese ungeheure Masse an Touristen an ungefähr jedem Ort! Natürlich ist uns bewusst, dass wir Teil dieses Problems waren. Nichtsdestotrotz fanden wir es schade, dass hier aus jedem schönen Naturhighlight das Maximum an touristischem Potential ausgeschöpft wird. Es reich z.B. nicht, dass irgendwo ein Wanderweg hinführt. Zusätzlich kann man so gut wie überall eine Heli-Tour buchen (sogar Walbeobachten werden zusätzlich zu den Booten und Kajaks auch noch mit dem Heli angeboten). Das führt dazu, dass man von morgens bis abends den Hubschrauberlärm in diesen Gebieten hört.

  • In jedem noch so kleinen Ort kann man Bungejumping, Rafting oder Fallschirmspringen buchen und oft gibt es mehr Adventure-Anbieter als normale Läden in den Städten. Wenn man, wie wir, generell eher Ruhe, Wildnis und unberührte Natur sucht, ist man hier falsch. Wir hatten an manchen Orten eher das Gefühl von permanenter Reizüberflutung. Neuseeland wirkte auf uns oft wie ein einziger riesiger Freizeit- und Adventure Park. Natürlich wussten wir vorher, dass Neuseeland sehr überlaufen ist, aber um ehrlich zu sein, hatten wir es uns nicht ganz so schlimm vorgestellt.


Da das für uns im Nachhinein doch drei wirklich wichtige Punkte waren, wollten wir sie hier einmal mit auflisten. Vielleicht hilft es dem ein oder anderen dabei, zu entscheiden, ob Neuseeland das richtige Reiseland für euch ist.


Für uns persönlich war es aber trotz dieser Minuspunkt eine unglaublich tolle Zeit und wir würden uns immer wieder für diese Reise entscheiden! :)


Was würden wir beim nächsten Mal anders machen:

  • Unsere eigenen Fahrräder mitbringen. Im Nachhinein war es doch weniger leicht als gedacht, die Fahrräder wieder zu verkaufen. In einem anderen Ort als Christchurch hätten wir damit wahrscheinlich ziemliche Schwierigkeiten gehabt. Und auch der Wertverlust der Räder war höher als wir erwartet hätten.

  • Von vorne herein nur die Südinsel planen. Sie ist für uns sowohl landschaftlich viel attraktiver, als auch was das Fahrradfahren angeht viel unkomplizierter und vor allem auch sicherer. Hätten wir es gleich zu Beginn so geplant, hätten wir uns vor allem im Süden der Insel mehr Zeit lassen können und noch einige wirklich tolle Trails mitnehmen können. (Wir werden den Blogbeitrag zur Routenplanung noch aktualisieren und auch unsere optimale Route für ein hypothetisches nächstes Mal mit euch teilen.)

  • Ein größeres Budget einplanen ;)
























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